DBW 2014: Ups and Downs


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Die schönen Erlebnisse mit Diabetes sind die Erfolge. Unsere “süße“ Tochter wird selbständiger, kann alleine zu Freundinnen, zum Sport und selbst Katheter setzen. Auch mit den BEs schlägt sie sich gut und hat sich von allen wichtigen Lebensmitteln (= Naschzeug) die BEs gemerkt.
Wir als Eltern sind auch stolz, dass wir die letzten 7 Jahre gemeistert haben und eine glückliche, kluge, eigensinnige und fast perfekte Tochter haben. (Natürlich ist das objektiv! Was denkt ihr denn?)
Leider hat uns der Diabetes die schwärzesten Momente in unserem kleinen Familienleben beschert. Davon zu erzählen, ist gar nicht so einfach. Aber es könnte wichtig sein. Wichtig für andere die ähnliches erlebt haben. Denn ich habe das Gefühl auch in einer Runde von Menschen mit Diabetes kann man manches nur schwer erzählen. Das hat mit Scham und Schuld zu tun und davon gibt es rund um Diabetes schon genug.
Also hier unsere schlimmste Geschichte mit Diabetes:
T war ca. 20 Monate alt. Es waren erst einige Monate seit der Diagnose vergangen. Unsere Tage bestanden aus BZ messen, Essen wiegen, BE berechnen, Insulin berechnen und abgeben. T brauchte damals winzige Mengen an Insulin. Die Basalrate hatte knapp 3 IE/Tag, für eine BE brauchte sie 0,2 IE. Bei Korrekturen senkte 1 IE um ungefähr 300-400 mg/dl. Es war ein ständiges auf und ab, eine Blutzuckerhochschaubahn. Auch nachts haben wir alle zwei Stunden den BZ gemessen, tagsüber waren die Abstände meist noch kürzer.
An einem Tag mit hohen Werten, die auch nach mehrmaligem Korrigieren nicht runter wollten, ging T mi einem hohen Wert von ca. 270 mg/dl (so genau kann ich den Wert nicht mehr sagen) schlafen. Ungefähr eine halbe bis eine Stunde später hörten wir aus dem Schlafzimmer den seltsamsten und entsetzlichsten Schrei, den ich je gehört hatte. Es klang nicht menschlich. Wir stürzten die Treppen hoch. Unsere Tochter lag mit offenen Augen im Bett und gab diese seltsamen Laute von sich. Und obwohl ihre Augen offen waren, schaute sie nicht, sie starrte ins Leere. T reagierte nicht auf Ansprache oder Berührung. In diesem Moment legte ich in meinem Kopf einen Schalter um: Du musst jetzt handeln! Zuckermessen: 31 mg/dl. Kind geschnappt, runtergetragen. Ich habe versucht T Zuckergel auf die Mundschleimhaut zu streichen. Das war nicht so einfach, denn sie hat auch ein wenig gekrampft. Mein Mann hat den Notarzt gerufen und die Glukagonspritze vorbereitet und auch verabreicht. Kurz darauf, noch bevor der Notarzt eintraf, sah mich meine Tochter wieder an und sagte: „ Mama, Mimi au.“ (Als sie klein war, hat sie sich selbst als Mimi bezeichnet.)
Notarzt war kurz darauf da und wir sind in Spital gefahren und blieben über Nacht dort.
Ich bin heute noch wütend auf die Krankenschwester, die uns sagte: „Die Frau Doktor will wissen, wie das passieren konnte!“
Soweit ich das beurteilen kann, hat T diesen schweren Hypo gut überstanden – wie bereits oben erwähnt ist sie fast perfekt.
Sie neigt aber nach wie vor zu raschen Blutzuckerabstürzen und wir hatten im Laufe der Jahre auch niedrige Werte als die 31 mg/dl ohne Bewusstseinsverlust oder –störungen.

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