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Das bin ich

Wie alle Eltern sind wir natürlich auch immer in Sorge um unser Kind. Meist fängt das Sorgen bereits in der Schwangerschaft an. Wer von den Müttern kennt das nicht?

Mit Diabetes als Begleiter gibt es natürlich noch mehr zum Sorgen. Einerseits um die körperliche Gesundheit: Wie sind die Werte und der HbA1c? Wie wirkt sich das alles auf den Körper aus? Wo wirkt es sich aus?

Andererseits auch um die Psyche: Wie kommt sie mit dem Diabetes klar? Wie belastend empfindet sie den Diabetes?

Vor kurzem hat T. in der Schule sich selbst beschrieben. Das ist ihr Aufsatz über sich:

Das bin ich

Hallo, ich bin T. Xxxx. Mein Spitzname ist T. Ich bin 9 Jahre alt und werde bald 10, denn ich habe am 25. Dezember Geburtstag. Ich wohne in Xxxx, Xxxx. Geschwister habe ich keine.

Mein Haar ist braun und lang. Ich trage es meist zusammengebunden. Meine Augen sind blau und ich habe eine Stupsnase. Meist lächle ich, weil ich fast immer glücklich bin. Ohrringe habe ich keine. Auch eine Brille brauche ich nicht. Ich bin eher klein, zierlich und dünn.

Das Armband meiner Freundin trage ich immer bei mir. Ich trage coole, schöne und süße Sachen. In der 4. Klasse sitze ich neben meiner Freundin B. Ich habe eine Vorliebe für Tiere. Ich bin hilfsbereit, lustig und abenteuerlustig. Meine Hobbys sind Barbie spielen und mit meinen Freundinnen spielen. Sehr gerne unternehme ich etwas mit meinen Eltern. Ich könnte mir keine besseren Freundinnen vorstellen als B. und F.

Ich bin sehr glücklich mit mir.

T. hat seit ihrem 15. Lebensmonat Diabetes. Ich denke, für sie ist der Diabetes selbstverständlich. Er gehört schon immer zu ihrem Leben. Sie ist zwar genervt vom häufigen Blutzzuckermessen und von der quietschenden Pumpe, aber sie kennt es auch nicht anders.

Ich finde den letzten Satz sehr schön, und T. hat beim Verbessern (das ist die verbesserte Version) auch darauf bestanden, diesen Satz genauso gemeint zu haben. Ich habe T. gefragt, wie es kommt, dass sie den Diabetes nicht erwähnt hat. “Daran habe ich gar nicht gedacht.”, war ihre Antwort.

In diesem Sinne allen PWD (People with Diabetes) und ihren Familien wunderschöne Feiertage (mit wenigen Sorgen um Zuckerwerte 😉 )

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Schokolade essen und BE schätzen

Ts Freundin war zu Besuch, und die zwei Mädels haben sich fast den ganzen Nachmittag nicht blicken lassen. Am Abend als die Freundin abgeholt wurde, erwähnt T so nebenbei, dass sie Schokolade gegessen haben. Ich habe sofort meine Fragen abgeschossen: Hast du abgegeben? Welche Schokolade? Wieviel Schokolade? Wieviel hast du abgegeben? (Also quasi Diabetes-Polizei im Anmarsch)

T hat mich etwas verständnislos angesehen (das war der „bleib cool Mama, ich habe alles im Griff-Blick“) und erklärt: Sie hat die Schoko, die sie gegessen hat, auf 1,5 BE geschätzt und dafür entsprechend Insulin abgegeben.

Die BZ-Werte waren den ganzen Nachmittag in Ordnung. Also blieb nur zu sagen: „Gut gemacht, sehr gut geschätzt.“

Das mit dem Schätzen ist ja nicht so einfach. Auch ich vertue mich da immer wieder. Aber wie man sieht, hat T schon ein Gefühl dafür bekommen und denkt auch ans Bolen. Das sind die kleinen Schritte, über die ich mich freue. Und die Diabetes-Polizei kann das nächste Mal bleiben, wo der Pfeffer wächst.

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Rechenfrühstück

In der Schule meiner Tochter heißen die kleinen Mathe-Tests Rechenfrühstück. Es wird nicht gefrühstückt, nur gerechnet. Ich vermute, Rechenfrühstück hört sich einfach netter an als Rechentest und soll damit ein bisschen Druck von den Kindern nehmen.

Aber die eigentlichen Rechenfrühstücke finden zu Hause statt. Bei Brot, Semmeln und Co am Frühstückstisch gibt es keine Probleme. Die Waage ist immer zur Hand und die Gramm/Broteinheit längst (im Kopf) abgespeichert.

Aber wenn man mal etwas Neues ausprobieren möchte, sollte man auch Zettel und Stift und einen Taschenrechner zu Hand haben.Frühstück2
Griechisches Joghurt mit Haferflocken, Apfel, Honig und Kokosetten? Da muss man wiegen, rechnen und Packungsangaben studieren, das Internet zur Rate ziehen und noch Mal wiegen.
Frühstück3
Bis man soweit ist, hat man auf jeden Fall einen riesigen Hunger. Es hat sich aber gelohnt – war lecker, vielleicht etwas kokoslastig, aber T liebt Kokos.

Natürlich kennen wir auch Rechenmittagessen, Rechenabendessen und Rechenjause 😉